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Seit über 50 Jahren finden auf dem Flugplatz in Elchingen Segelflugmeisterschaften statt. 1969 fand der erste Ostalb-Segelflugwettbewerb auf dem Härtsfeld statt.

Deutsche Segelflug-Meisterschaften haben schon 6 mal in Aalen-Elchingen stattgefunden. 2019 zum letzten mal der "Ostalb Pokal".

In diesem Jahr wird es eine Qualifikationsmeisterschaft zu den Deutschen Segelflugmeisterschaften 2022 sein.

In drei Klassen treten rund 90 Piloten an. Der Standard-, 15-Meter- und Clubklasse. Um in Elchingen mitfliegen zu dürfen, mussten sich die Piloten in einem sportlichen Verfahren qualifizieren. Das garantiert, dass nur die Besten der Besten am Start sind. Schließlich geht es bei einer Quali nicht nur um Meisterehren, sondern um die Teilnahmeberechtigung zur Deutschen Meisterschaft und in der Folge auch an Europa- und Weltmeisterschaften. Die Piloten erhalten an jedem Wettbewerbstag eine zu fliegende Strecke (Tagesaufgabe).

Die Streckenführung und Größe der Aufgabe richtet sich natürlich nach den meteorologischen Gegebenheiten. Schon in den frühen Morgenstunden bespricht die Sportleitung gemeinsam mit dem am Platz anwesenden Meteorologen die Wetterbedingungen des anstehenden Tages. Von 8.00 bis 10.00 Uhr müssen die Mannschaften die Flugzeuge aufbauen und startklar machen. Im sogenannten Briefing ab 10.00 Uhr werden dann die Tagesaufgaben besprochen und bekannt gegeben. Unmittelbar nach dem Briefing begeben sich die Piloten zu ihren Flugzeugen, um startbereit zu sein. Wenn alle Flugzeuge in der Luft sind, wird kurze Zeit danach der Abflug freigegeben.

Jetzt beginnt das Taktieren. Die Piloten entscheiden selbst, wann sie Abfliegen und auf die vorgegebenen Strecken „gehen“. Wer abends wieder den Flugplatz erreicht, erhält Strecken- und Geschwindigkeitspunkte. Wer eine Außenlandung macht, erhält nur Punkte für die zurückgelegte Flugstrecke. Am Ende gewinnt, nach komplizierter Berechnung, wer insgesamt die meisten Punkte erreicht hat.

Dabei ist es so, dass die Wettbewerbsordnung eine Vielzahl Aufgabeformen erlaubt. Dem Sportleiter obliegt es, Flüge mit Geschwindigkeitswertung oder mit Streckenwertung auszuschreiben. Die Streckenführung kann durch fest vorgeschriebene Wendepunkte fixiert sein, oder aber man lässt den Piloten Einflussmöglichkeiten auf den Flugweg, zum Beispiel wenn anstelle von Wendepunkten Wendegebiete (sog. AAT’s  „Assigned Area Tasks) definiert werden.

Die Aufgaben können auch zeitbegrenzt ausgeschrieben werden - mit einer Zeitunter- oder einer Zeitobergrenze. Die Wettbewerbsleitung wird in der Wahl der Aufgabenform Augenmaß und Behutsamkeit walten lassen. Es gilt bei der Ausschreibung der Tagesaufgaben vor allem auch die Chancengleichheit für die Piloten immer im Auge zu behalten.

Seit rund 30 Jahren wird bei allen Meisterschaften ein Satelliten-Navigations-System (GPS) mit einem sogenannten Logger gekoppelt. Mit dem GPS kann der Pilot genau seine genaue Position und Höhe erkennen. Der Flugdatenrekorder zeichnet während des Fluges alle vom GPS gelieferten Parameter in Sekundenintervallen auf.

Nach dem Flug werden die aufgezeichneten Daten in einer Datei abgespeichert, und der Wettbewerbsleitung übergeben und ausgewertet. Das geschieht unter Zuhilfenahme eines speziellen Auswertungsprogramms.

Wer die Strecken als schnellster fliegt oder im vorgegebenen Zeitfenster die längste Strecke fliegt und zum Flugplatz zurückkehrt, und dabei keinen Regelverstoß macht, ist der Tagessieger. Für den Gesamtsieg werden dann die an den einzelnen Wettbewerbstagen erflogenen Punkte addiert.

Eine Qualifikations-Meisterschaft ist erst dann gültig, wenn mindestens 3 Wertungstage geflogen sind.

In Deutschland gibt es unterschiedliche Arten von Wettbewerben

Der OLC (Onlinecontest), die Segelflug Bundesliga oder die DMSt (Deutsche Meisterschaft im Streckensegelflug) sind dezentrale Wettbewerbe.

Von Mitte März bis Mitte September kann man von jedem Flugplatz aus in Deutschland, Europa oder der Welt Streckenflüge zum Wettbewerb anmelden. Das Erreichen der Wendepunkte wird anhand der Satellitenortung (GPS) dokumentiert. Die sogenannten Loggerfiles, also die Flug-Dokumentationsdaten, werden online über das Internet an die zuständigen Auswertungsstellen übermittelt.

Die Wertungslisten werden fortlaufend aktualisiert bzw. veröffentlicht. Gewertet werden in der Segelflug-Bundesliga jeweils die drei besten Flüge einer Runde (Wochenende).

Die Punktevergabe richtet sich nach der zurückgelegten Strecke, nach der Art der gewählten Strecke und nach den Qualitäten des benutzten Flugzeugmusters. Bei der DMSt werden die drei größten Streckenflüge eines Jahres gewertet.

Die Punkte werden je geflogenen Kilometer vergeben, wobei man bei geschickt gewählten Dreiecksflügen eine höhere Punktzahl erhält als bei einem freien Flug (ohne vorher bestimmte Wendepunkte). Die entscheidenden Flüge werden an den besten Segelflugtagen des Jahres geflogen, da hier die größten Strecken möglich sind. Die Anforderungen sind hoch und die Konkurrenz in Deutschland stark. Um vorne dabei zu sein, sollten zum Beispiel in der Standardklasse mindestens drei Flüge von mindestens 600 Kilometern geflogen werden.

Die zentralen Meisterschaften  -  so, wie sie 2021 in Elchingen stattfinden.

Wie in jedem anderen Sport gibt es auch beim Segelflug (zentrale) Wettbewerbe. Die Piloten müssen sich dazu qualifizieren und kommen auf einem Flugplatz zur Meisterschaft zusammen. Meistens dauern solche Meisterschaften 10 Tage. Hier fliegt jeder gegen jeden. Der Pilot kämpft hauptsächlich gegen die Zeit, da solche Wettbewerbe häufig durch Geschwindigkeitswertungen entschieden werden. Morgens gibt die Wettbewerbsleitung die Tagesaufgabe bekannt, deren Größe sich am Wetter orientiert. Danach schleppt man die Flugzeuge in die Luft. Nach dem Überfliegen einer Startlinie läuft die Uhr. Schon der Abflugzeitpunkt ist oft entscheidend und bietet reichlich Stoff für taktische Überlegungen. Nun jagt man so schnell wie möglich um den Kurs, um nach möglichst kurzer Zeit (oft über fünf Stunden) die Ziellinie zu überfliegen.

Geflogen wird bei fast jedem Wetter und somit entscheiden sich solche Wettbewerbe auch oft an den weniger guten Tagen. An solchen Tagen werden auch sogenannte Assigned Area Tasks (AAT) geflogen. Die Sportleitung gibt dann nur eine feste Zeitvorgabe. Es gibt keine fixen Wendepunkte sondern Wendesektoren. Diese haben einen Radius und müssen zumindest angeschnitten werden. Es bleibt dabei dem Piloten selbst überlassen, wie weit dieser in diese Bereiche (Sektoren) einfliegt. Den Piloten wird dabei höchste Konzentration und großes taktisches Feingefühl abverlangt.

Die meisten Punkte gibt es für die möglichst exakte Einhaltung der vorgegeben Flugzeit in Verbindung mit der weitesten Strecke.

Ständige Konzentration, langjährige Erfahrung und sehr gute Wetterkenntnisse zeichnen einen guten Wettbewerbspiloten aus. Er muss Anspannung und Konzentration über den ganzen Wettbewerb (ein bis zwei Wochen) halten. Um weiter zu kommen, muss man sich für den nächsten höherrangigen Wettbewerb qualifizieren.

Regional- und Qualifikationsmeisterschaften, die Deutsche-, Europa- und Weltmeisterschaft sind die verschiedenen Stufen eines Spitzenpiloten.

 

Segelflugzeug Klassen beim Wettbewerb 2021 in Elchingen

Die Klassen der Segelflugzeuge sind in der Wettbewerbsordnung SWO des DAeC festgelegt.

15 Meter Klasse Zugelassen sind Segelflugzeuge mit einer maximalen Spannweite von 15 Metern und einem maximalen Abfluggewicht von 525 kg
Standard Klasse Zugelassen sind Segelflugzeuge mit einer maximalen Spannweite von 15 Metern und einem maximalen Abfluggewicht von 525 kg
Es dürfen keine Einrichtungen zur Veränderung des Tragflächenprofils vorhanden sein.
Es müssen Landeklappen vorhanden sein, welche nicht das Tragflächenprofil verändern.
Bremsfallschirme sind nicht zulässig.

Club Klasse Zugelassen sind einsitzige Segelflugzeuge aus der vom DAeC als gültig erklärten Indexliste.  (IGC Indexliste)
Ballast ist nicht zugelassen.
Trimmballast ist zulässig, jedoch an Hand des aktuellen Wägeberichtes nachzuweisen.

 

Faszination Streckensegelflug

Es gibt unzählige Aspekte, welche unseren Sport so faszinierend und einzigartig machen. Es sind die vielen schönen optischen Eindrücke aus der Vogelperspektive, die Performance der Segelflugzeuge oder der einzigartige „Kick“, die meteorologischen Bedingungen an den jeweiligen Wertungstagen so optimal wie möglich ausnutzen zu können. Jeder von uns ist auf seine ganz persönliche Art und Weise davon fasziniert. Der Streckensegelflug ist am weitesten innerhalb der Segelflugbewegung verbreitet.

Er gründet auf einer ganz eigenen, wie auch einfachen Philosophie:  Wetter, Aufwinde und energieoptimales Fliegen.

Das Ziel jedes Streckenfliegers ist, mit Hilfe der verschiedenen Aufwinde möglichst schnell eine bestimmte Flugstrecke zurückzulegen. Wettkampfatmosphäre und Bewältigung von Stress-Situationen sind Erfahrungen, die durch diese Art des Segelfluges erlebt werden.

Für den Überlandflug bietet der Flugplatz in Elchingen ideale Bedingungen. Er liegt auf der Ostalb. Diese bietet mit früh beginnender Thermikentwicklung einen optimalen Ausgangspunkt für große Flüge. Die Segelflugpiloten des Luftsportrings Aalen melden seit Jahren jährlich über 100.000 Streckenkilometer im Onlinecontest an und haben in der Saison 2017 die Segelflug-Bundesliga und die World-League gewonnen. 2020 sind von Elchingen aus mehrere 1000km-Streckenflüge gemacht worden.

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