Seit genau 50 Jahren finden auf dem Flugplatz in Elchingen Segelflugmeisterschaften statt. 1969 fand der erste Ostalb-Segelflugwettbewerb auf dem Härtsfeld statt.

Deutsche Segelflug-Meisterschaften haben schon 6 mal in Aalen-Elchingen stattgefunden, jetzt, nach einer zehnjährigen Pause, steigt der Luftsporting Aalen wieder in die Ausrichterrolle mit einem Junioren Qualifikationswettbewerb in der Standard- und Clubklasse, sowie dem "Ostalbpokal", einem Doppelsitzer-Wettbewerb, der auch für Einsteiger gedacht ist.

Um in Elchingen mitfliegen zu dürfen, mussten sich die 100 Piloten in einem sportlichen Verfahren qualifizieren. Das garantiert, dass nur die Besten der Besten am Start sind. Schließlich geht es bei einer Deutschen Meisterschaft nicht nur um Meisterehren, sondern  um die Teilnahmeberechtigung an Europa- und Weltmeisterschaften. Die Piloten erhalten an jedem Wettbewerbstag eine zu fliegende Strecke (Tagesaufgabe).

Die Streckenführung und Größe der Aufgabe richtet sich natürlich nach den meteorologischen Gegebenheiten. Schon in den frühen Morgenstunden bespricht die Sportleitung gemeinsam mit dem am Platz anwesenden Meteorologen die Wetterbedingungen des anstehenden Tages. Von 8.00 bis 10.00 müssen die Mannschaften die Flugzeuge aufbauen und startklar machen. Im sogenannten Briefing ab 10.00 Uhr werden dann die Tagesaufgaben besprochen und bekannt gegeben. Unmittelbar nach dem Briefing begeben sich die Piloten zu ihren Flugzeugen, um startbereit zu sein. Wenn alle Flugzeuge in der Luft sind, wird kurze Zeit danach der Abflug freigegeben.

Jetzt beginnt das Taktieren. Die Piloten entscheiden selbst, wann sie Abfliegen und auf die vorgegeben Strecken „gehen“. Wer abends wieder den Flugplatz erreicht, erhält Strecken- und Geschwindigkeitspunkte. Wer eine Außenlandung macht, erhält nur Punkte für die zurückgelegte Flugstrecke. Am Ende gewinnt, nach komplizierter Berechnung, wer insgesamt die meisten Punkte erreicht hat. 

Dabei ist es so, dass die Wettbewerbsordnung eine Vielzahl Aufgabeformen erlaubt. Dem Sportleiter obliegt es, Flüge mit Geschwindigkeitswertung oder mit Streckenwertung auszuschreiben. Die Streckenführung kann durch fest vorgeschriebene Wendepunkte fixiert sein, oder aber man lässt den Piloten Einflussmöglichkeiten auf den Flugweg, zum Beispiel wenn anstelle von Wendepunkten Wendegebiete (sog. AAT’s  „Assigned Area Tasks) definiert werden.

Die Aufgaben können auch zeitbegrenzt ausgeschrieben werden - mit eine Zeitunter- oder einer Zeitobergrenze. Die Wettbewerbsleitung wird in der Wahl der Aufgabenform Augenmaß und Behutsamkeit walten lassen. Es gilt bei der Ausschreibung der Tagesaufgaben vor allem auch die Chancengleichheit für die Piloten immer im Auge zu behalten.

Seit über 25 Jahren wird bei allen Meisterschaften ein Satelliten-Navigations-System (GPS) mit einem sogenannten Logger gekoppelt. Mit dem GPS kann der Pilot genau seine genaue Position und Höhe erkennen. Der Flugdatenrekorder zeichnet während des Fluges alle vom GPS gelieferten Parameter in Sekundenintervallen auf. 

Nach dem Flug werden die aufgezeichneten Daten in einer Datei abgespeichert, und der Wettbewerbsletung übergeben und ausgewertet. Das geschieht unter Zuhilfenahme eines speziellen Auswertungsprogrammes.

Wer die Strecken als schnellster fliegt oder im vorgegebenen Zeitfenster die längste Strecke fliegt und zum Flugplatz zurückkehrt, und dabei keinen Regelverstoß macht, ist Tagessieger. Für den Gesamtsieg werden dann die an den einzelnen Wettbewerbstagen erflogenen Punkte addiert.

Eine Deutsche Meisterschaft ist erst dann gültig, wenn mindestens 4 Wertungstage geflogen sind, bei allen anderen Wettbewerben genügen drei Wertungstage.

Der OLC (Onlinecontest), die Segelflugbundesliga oder die DMSt (Deutsche Meisterschaft im Streckensegelflug) sind dezentrale Wettbewerbe.

Von Mitte März bis Mitte September kann man von jedem Flugplatz aus in Deutschland, Europa oder der Welt Streckenflüge zum Wettbewerb anmelden. Das Erreichen der Wendepunkte wird anhand der Satellitenortung (GPS) dokumentiert. Die sogenannten Loggerfiles, also die Flug-Dokumentationsdaten werden Online über das Internet an die zuständigen Auswertungsstellen übermittelt.

Die Wertungslistenerden werden fortlaufend aktualisiert bzw. veröffentlicht. Gewertet werden in der Segelflug-Bundesliga jeweils die drei besten Flüge einer Runde (Wochenende).

Die Punktevergabe richtet sich nach der zurückgelegten Strecke, nach der Art der gewählten Strecke und nach den Qualitäten des benutzten Flugzeugmusters. Bei der DMST werden die drei größten Streckenflüge eines Jahres gewertet.

Die Punkte werden je geflogenem Kilometer vergeben, wobei man bei geschickt gewählten Dreiecksflügen eine höhere Punktzahl erhält als bei einem freien Flug (ohne vorher bestimmte Wendepunkte). Die entscheidenden Flüge werden an den besten Segelflugtagen des Jahres geflogen, da hier die größten Strecken möglich sind. Die Anforderungen sind hoch und die Konkurrenz ist in Deutschland stark. Um vorne dabei zu sein, sollten zum Beispiel in der Standardklasse mindestens drei Flüge von mindestens 600 Kilometern geflogen werden.

Die zentralen Meisterschaften - So wie sie 2019 in Elchingen stattfinden.

Wie in jedem anderen Sport gibt es auch beim Segelflug (zentrale) Wettbewerbe. Die Piloten müssen sich dazu qualifizieren und kommen auf einem Flugplatz zur Meisterschaft zusammen. Meistens dauern solche Meisterschaften 10 Tage. Hier fliegt jeder gegen jeden. Der Pilot kämpft hauptsächlich gegen die Zeit, da solche Wettbewerbe häufig durch Geschwindigkeitswertungen entschieden werden. Morgens gibt die Wettbewerbsleitung die Tagesaufgabe bekannt, deren Größe sich am Wetter orientiert. Danach schleppt man die Flugzeuge in die Luft. Nach dem Überfliegen einer Startlinie läuft die Uhr. Schon der Abflugzeitpunkt ist oft entscheidend und bietet reichlich Stoff für taktische Überlegungen. Nun jagt man so schnell wie möglich um den Kurs, um nach möglichst kurzer Zeit (oft über fünf Stunden) die Ziellinie zu überfliegen.

Geflogen wird bei fast jedem Wetter und somit entscheiden sich solche Wettbewerbe auch oft an den weniger guten Tagen. An solchen Tagen werden auch sogenannte Assigned Area Tasks (AAT) geflogen. Die Sportleitung gibt dann nur eine feste Zeitvorgabe. Es gibt keine fixen Wendepunkte sondern Wendesektoren. Diese haben einen Radius und müssen zumindest angeschnitten werden. Es bleibt dabei dem Piloten selbst überlassen, wie weit dieser in diese Bereiche (Sektoren) einfliegt. Den Piloten wird dabei höchste Konzentration und großes taktisches Feingefühl abverlangt.

Die meisten Punkte gibt es für die möglichst exakte Einhaltung der vorgegeben Flugzeit in Verbindung mit der weitesten Strecke.

Ständige Konzentration, langjährige Erfahrung und sehr gute Wetterkenntnisse zeichnen einen guten Wettbewerbspiloten aus. Er muss Anspannung und Konzentration über den ganzen Wettbewerb (ein bis zwei Wochen) halten. Um weiter zu kommen, muss man sich für den nächsten höherrangingen Wettbewerb qualifizieren.

Regional-, Qualifikationsmeisterschaften, Deutsche-, Europa- und Weltmeisterschaft sind die verschiedenen Stationen eines Spitzenpiloten.

Es gibt unzählige Aspekte, welche unseren Sport so faszinierend und einzigartig machen. Es sind die vielen schönen optischen Eindrücke aus der Vogelperspektive, die Performance der Segelflugzeuge oder der einzigartige „Kick“, die meteorologischen Bedingungen an den jeweiligen Wertungstagen so optimal wie möglich ausnutzen zu können. Jeder von uns ist auf seine ganz persönliche Art und Weise davon fasziniert.

Der Streckensegelflug ist am weitesten innerhalb der Segelflugbewegung verbreitet.

Er gründet auf einer ganz eigenen, wie auch einfachen Philosophie: Wetter, Aufwinde und energieoptimales Fliegen.

Das Ziel jedes Streckenfliegers ist, mit Hilfe der verschiedenen Aufwinde möglichst schnell eine bestimmte Flugstrecke zurückzulegen. Wettkampfatmosphäre und Bewältigung von Stress-Situationen sind Erfahrungen, die durch diese Art des Segelfluges erlebt werden.

Für den Überlandflug bietet der Flugplatz in Elchingen ideale Bedingungen. Er liegt auf der Ostalb. Diese bietet mit früh beginnender Thermikentwicklung einen optimalen Ausgangspunkt für große Flüge. Die Segelflugpiloten des Luftsportrings Aalen melden seit Jahren jährlich über 100.000 Streckenkilometer im Onlinecontest an und haben in der Saison 2017 die Segelflug-Bundesliga und die World-League gewonnen.

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